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Eine ganze Woche gegen die DrogenPrävention mit Schülern
Beispiel Leipzig:
Präventionswoche in der Schule
Möglichst lebensnah sollen die Jugendlichen während der Woche lernen, Drogen-Angeboten zu widerstehen, auch wenn einmal nicht alles rund läuft in ihrem Leben. Liebeskummer, Stress in der Schule oder Grenzsituationen wie der Tod eines Elternteils können die Abwehrkräfte schwächen. Auf dem Programm stehen neben Gesprächsrunden auch der Besuch des Drogenkabinetts der Polizei, der Notunterkunft für obdachlose Alkoholabhängige, und der Drogenhilfe.Der 15-jährige Jörn war vor allem vom Bericht eines Ex-Alkoholikers beeindruckt. "Was der alles durchgemacht hat, um von der Flasche weg zu kommen", staunt er. Angefangen hat«s mit dem ersten Glas Wein zur Jugendweihe, am Ende trank der Mann eine Flasche Hochprozentiges am Tag. Annekristin beschäftigt immer noch eine Frau, die im Rausch vom Hochhaus sprang. Sie dachte, sie könne fliegen, hatte ein Polizist erklärt. "Auch solche Erfahrungsberichte sind wichtig", sagt Beratungslehrerin Zekert. "Wir wollen schließlich nicht an der Oberfläche plätschern."
Beispiel Rüdesheim:
Das Theaterspiel von ehemals Drogenabhängigen soll Schülern in Rüdesheim im Unterricht zeigen, was bei ihnen vielleicht quer läuft und sie süchtig werden lässt.
Die Schüler dürfen Begriffe vorgeben und La-Ola-Wellen durch den Saal brechen lassen. Im Mittelpunkt der Darbietungen stehen beispielsweise Gefühlsvariationen an einer Tankstelle oder eine sprechende Kloschüssel. Drogen und Süchte spielen ganz bewusst keine Rolle. "Das Theater dient uns allein als Türöffner für die anschließenden Gespräche", erklärt Heinz Neffgen, der Projektleiter von "RequiSiT".
Entspannt soll die Atmosphäre sein, wenn sich jeweils rund 30 Jugendliche mit einem der einst drogenabhängigen Schauspieler im Stuhlkreis gegenüber sitzen. "Die sind dann auch ganz selbstverständlich per Du mit uns", schildert Neffgen. Lehrer und andere Erwachsene bleiben vor der Tür, für sie bietet "RequiSit" einen separaten Gesprächskreis an.
"Die Schüler sind zunächst relativ voyeuristisch", fährt der Projektleiter fort. "Es wird gefragt, wann wir süchtig geworden sind, was wir genommen haben und wie bestimmte Drogen wirken." Es gehe sehr emotional und authentisch zu, schließlich breiten die ehemals Abhängigen wesentliche Abschnitte ihrer Biographien aus. Die Frauen und Männer von "RequiSiT" möchten die Schüler aber auch zur Selbstreflektion anleiten. Sie sollen sehen, wo etwas "quer läuft" in ihrem eigenen Leben. Die Jugendlichen sollen auch erkennen, dass Playstation und Handy ebenso zur Sucht führen können wie illegale Drogen, Alkohol und Nikotin. Die Gruppe warnt zudem davor, dass synthetische Drogen und Cannabis von jungen Leuten häufig als harmlos bewertet werden.
Gerda Russler engagiert sich an der Hildegardisschule als Beratungslehrerin für Suchtprävention. Sie hält große Stücke auf die Auftritte von"RequiSit", schon drei mal hat das Ensemble in Rüdesheim gastiert. "Das ist anders und einprägsamer, als wenn jemand einen Vortrag hält", hofft sie.