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Doping im Sport
Dopingfälle bei deutschen Sportlern deutlich gestiegen
BONN. Die Zahl der Dopingfälle bei deutschen Sportlern hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Wie der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), Roland Augustin, am 22. März bei der Vorstellung der „Doping-Bilanz 2004 im Deutschen Sport“ in Bonn mitteilte, lag die Zahl bei 72 positiv getesteten Sportlern. Im Jahr zuvor hatte es 50 Fälle gegeben. Insgesamt wurden 8 885 Kontrollen sowohl während der Trainings- als auch bei der Wettkampfphase der Sportler durchgeführt.
Augustin wies darauf hin, dass die meisten Doping-Vergehen im Zusammenhang mit der Einnahme anaboler Wirkstoffe registriert worden seien. Große Sorgen bereite aber auch die auffallende Zunahme von Fällen mit Cannabis-Wirkstoffen, den Cannabinoiden (THC). Hier erreiche ein Gesellschaftsphänomen den Sport, dessen zukünftige Dimensionen noch nicht abzusehen seien, warnte Augustin.
Der Vorsitzende der NADA, Peter Busse, begrüßte es, dass sich der Umfang der Dopingkontrollen im letzten Jahr erhöht habe. Die Kooperation der Sportler nehme zu. Nur sauberer Sport sei langfristig in der Gesellschaft wirklich „konkurrenzfähig und wirtschaftlich attraktiv“. In diesem Jahr werde sich die NADA verstärkt der Dopingprävention zuwenden.
Busse begrüßte die hierfür vom Bund zugesagten Mittel in Höhe von 400 000 Euro.Augustin wies auf die Unterzeichnung des Welt-Anti-Doping-Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Dezember 2003 hin. Es handle sich um das erste Anti-Doping-Regelwerk. Die NADA und das NOK für Deutschland hätten sich verpflichtet, dieses Regelwerk in der Bundesrepublik umzusetzen. Mit dem WADA-Code gebe es eine völlig neue Definition des Begriffes Doping und der dopingrelevanten Verhaltensweisen.
Nach der neuen Definition im WADA- und NADA-Code ist nach Darstellung Augustins Doping weit mehr als nur der klassische Vorgang des Nachweises einer verbotenen Substanz oder deren Metaboliten in Körperflüssigkeiten. Es zählten jetzt auch Verstöße gegen das Meldeverhalten, die Verweigerung, aber auch die Weitergabe und der Besitz als dopingrelevante Verhaltensweisen, sagte Augustin./ddp
Weitere Information:
http://www.nada-bonn.de/