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Pressemitteilung der BZGA:
"NACHTS LEBEN - statt krank feiern"
Projekt zum Welt-Drogen-Tag am 26. Juni 2004
Riskanter Drogenkonsum ist bei jungen Menschen in Deutschland weit verbreitet. Über 40 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen haben Cannabis zumindest schon einmal ausprobiert und mehr als 20 Prozent haben in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert. Anders ist die Situation in der Techno-Szene: Ungefähr die Hälfte des jugendlichen Publikums hat Erfahrung mit synthetischen Drogen, von denen man weiß, dass sie keineswegs harmlose Spaßpillen sind. Insbesondere der Konsum von Ecstasy, LSD und Amphetaminen ist in dieser Gruppe deutlich höher als im Bevölkerungsdurchschnitt. Die gesundheitlichen Gefahren der synthetischen Drogen - z.T. verstärkt durch Beikonsum von Cannabis, Alkohol und Speed - können zu Kreislaufzusammenbrüchen, irreversiblen Leber-, Nieren- und Hirnschäden sowie zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen und anderen psychischen Störungen führen.
Um junge Menschen dort zu erreichen, wo sie Suchtmittel konsumieren, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Welt-Drogen-Tages am 26. Juni 2004 das Projekt „Healthy Nightlife“ initiiert. Hierbei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der BZgA mit kommunalen Behörden, Drogenberatungsstellen, Szene-Initiativen und Partyveranstaltern. Unter dem Motto „NACHTS LEBEN - statt krank feiern“ wird auf fünf Techno-Partys in deutschen Großstädten Partygängern die Gelegenheit gegeben, in einem Ambiente zu tanzen und zu feiern, das suchtpräventive und gesundheitliche Aspekte berücksichtigt. Während der Party besteht die direkte Möglichkeit, sich über die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von Drogen wie Ecstasy, Cannabis und anderen Substanzen zu informieren. Fachleute vor Ort beraten persönlich, bieten Infomaterial an und sorgen für einen Entspannungsbereich (Chill out area). Daneben sind mindestens zwei alkoholfreie Getränke preiswerter als das günstigste alkoholhaltige Getränk.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung will mit dieser Aktion das Bewusstsein für die Gefahren des riskanten legalen und illegalen Drogenkonsums sowohl bei den jungen Menschen selbst als auch bei den Erwachsenen, die Kontakt mit Jugendlichen haben wie z.B. Diskotheken und Clubbetreiber, schärfen und sie zu einem verantwortungsbewusstem Verhalten anregen.
„Healthy Nightlife" als Kooperationsprojekt der BZgA mit Vertretern von Drogenberatungsstellen und Szene-Initiativen sowie mit kommunalen Behörden und Partyveranstaltern will wirksame Präventionsmöglichkeiten entwickeln und risikominimierende Strategien im Nachtleben etablieren. Suchtprävention in der Party-Szene zielt auf eine selbstkritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum im Rahmen einer möglichst gesundheitsverträglichen Partyorganisation. Durch die kooperative Zusammenarbeit zwischen Behörden vor Ort, Veranstaltern und Drogenberatung soll ein „Gesundes Nachtleben“ strukturell verankert werden. Die Möglichkeiten und Grenzen solcher Kooperationsprojekte werden gegenwärtig unter Realbedingungen geprüft, um künftig per Internet taugliche Handlungsempfehlungen für Veranstalter, Kommunen, Suchtpräventionseinrichtungen u.a. bereitstellen zu können.
Die Partys „NACHTS LEBEN - statt krank feiern“ werden von den lokalen Suchtpräventioneinrichtungen organisiert. Sie finden alle am Welt-Drogen-Tag, dem 26. Juni 2004 statt. Standorte sind das ‚Filmhaus’ in Köln (von partypack/Drogenhilfe Köln e.V.), das ‚Tanzhaus-West’ in Frankfurt am Main (von ALICE), ‚Olga-Park und Turbinenhalle’ Oberhausen (von Ginko e.V. und Intob Interventionsstelle Oberhausen e.V.), ‚gig neue welt’ in Hannover (von Drobs Hannover) und ‚Fusion Club’ in Münster (von eve & rave Münster).