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Mißbrauch von Cannabis nimmt drastisch zu

Die Zahlen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, die von einer Steigerung des Konsums von Haschisch und Marihuana unter Jugendlichen zeugen.

Im vergangenen Jahr zählten die Kriminalbeamten in Berlin 7000 Fälle, in denen Haschisch und Marihuana gekauft wurden, 200 mehr als im Vorjahr. Außerdem gab es 1750 Anzeigen zu Handel und Schmuggel, im Jahr 2002 waren es 1560. Die Polizei stellte 246 Kilo Cannabisharz sicher, das sind 18,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Außerdem wurden 263 Kilo Marihuana beschlagnahmt - 53,7 Prozent mehr als im Jahr 2003.

Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS) sagte in einem Interview zur rechtlichen Lage in Berlin: "Das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt, daß der Besitz geringer Mengen für den Eigenverbrauch straffrei sein muß. In Berlin ist es jetzt so geregelt, daß bis sechs Gramm nicht verfolgt wird."

Über Holland gelangt auch Haschisch aus Nordafrika nach Berlin, es wird per Lastwagen über Marokko, Spanien und Frankreich nach Holland geschmuggelt und dort verteilt. Dabei wird Cannabisharz zu Haschisch-Platten gepreßt. Beim Marihuana, dem "Gras", werden die weiblichen Blütenstände der Hanfpflanzen geerntet und dann getrocknet verkauft.

"Unsere Erfahrung zeigt, es gibt bei Haschisch keine weißen Flecken auf dem Berliner Stadtplan", sagt Engler. Doch die wenigsten Fälle werden der Polizei angezeigt. "Das ist ein klassisches Kontrolldelikt, bei dem wir tätig werden müssen, um die Straftat zu entdecken. Und je mehr wir unternehmen, desto mehr decken wir auf", sagt Engler. So zeigt sich selbst bei Kindern eine steigende Konsum-Tendenz: Im vergangenen Jahr erwischte die Polizei 70 Kinder mit Drogen, im Vorjahr waren es 50. Bei Jugendlichen registrierte die Polizei mit 1500 Fällen eine Steigerung um 3,8 Prozent.