7/2002
Logo: Caspar the Ghost
Gewicht: 300 mg
Durchmesser: 9,1 mm
Dicke: 3,8
mm
Farbe: beige/braun
Keine Bruchrille
Inhalt:
12% PMA , bzw. 36 mg PMA/Tablette.
Info zu PMA weiter unten
im Text!
Bild zu der Pille am Ende
dieser Seite!
3/2002
Im März gibt es wieder
PMA ( siehe Info weiter unten ) und Methamphetamin
in Ecstasy Tabletten! Erhöhte Vorsicht ist geboten.
Symbole/ Logos:
Penis mit Flügeln (!)
Telfort ( mit Bruchrille
)
Cartman ( mit Bruchrille
)
2/2002
Ecstasy Tabletten mit Verunreinigungen
oder abweichenden Substanzen sind auch in 2002 im Trend.
Aktuell gibt es Varianten
mit MDEA, MDA und dem sehr gefährlichen PMA.
Verschiedene Logos wie Jumbo
( PMA ), Taube ( MDEA ) und Mickey Mouse ( MDA ) sind in
Hannover aufgetaucht und getestet worden.
12/01
Es sind Ecstasy Tabletten
mit Amphetamin und ach mit MDEA aufgetaucht.
Die Wirkung
dieser Substanzen weicht z.T. von der des MDMA ab.
Dies
bedeutet fuer den Konsumenten erhoehte Vorsicht beim dosieren
der Drogen, um eine Ueberdosierung zu vermeiden.
Warnung vor PMA-Pillen!
(26.10.01)
Es handelt sich um eine Pille
mit sehr hohem (!) PMA-Gehalt (auch MDMA befindet sich in
der Pille). Die Pille ist somit äußerst gefährlich.
Sie hat folgendes Merkmale:
Logo: Superman
Farbe: beige
Größe: 8.12 mm
Dicke: 4.9 mm Bruchrille"
5.9.01
Seit einigen Monaten sind
PMA-Pillen, die als Ecstasy z.B. unter den Namen Mitsubishi,
Elefant, E oder XTC verkauft werden im Umlauf, an denen
schon mehrere junge Menschen gestorben sind.
Schon der Konsum weniger
(1 o. 2, je nach Dosierung) PMA-Pillen kann tödlich
sein, da die Wirkung von PMA erst um einiges später
als MDMA einsetzt und so oft die Dosis erhöht wird.
PMA wirkt in geringerer Menge als MDMA (bis ca. 50mg stimulierend
und leicht optisch) Ab einer Dosierung von 60 ?80mg kann
PMA extrem gefährlich werden! Die Wirkung ähnelt
einem Alkoholrausch. Plötzlicher, starker Anstieg von
Blut- und Körpertemperatur, sowie des Blutdrucks sind
möglich. Weitere Symptome sind Muskel-zuckungen, erschwerte
Atmung, Übelkeit und Erbrechen. Es kann zu Zuckungen,
Koma und Tod kommen.
Falls gesundheitliche
Probleme auftauchen, die in Zusammenhang mit einer PMA-Einnahme
stehen, ruft sofort den Notarzt (Tel.112) und klärt
ihn über die Einnahme auf!
11.7.01
Neue Probleme mit PMA in
Ecstasy Tabletten!
Auch im Juli sind in Europa
( Frankreich, England und in Deutschland ) Ecstasy Tabletten
mit verschiedenen Motiven aufgetaucht, die PMA und PMMA
als Wirkstoff enthielten. Es soll dabei sogar zu Todesfall
gekommen sein.
Also Vorsicht bei jeglichem
E- Konsum, da verschiedene Motive aufgetaucht sind:
Folgende sind schon in Hannover
getestet worden:
Logo: Superman und Mitsubishi
Inhalt: beide mit PMA !
Info zu PMA weiter unten.
03.5.01
Seit
Beginn des Jahres 2001 stellen wir sowohl durch Gespraeche
mit Konsumenten,
als auch bei betrachten von Pillentestegebnissen
fest, dass einerseits sehr starke MDMA Tabletten ( >160mg
) am Start sind, als auch eine Zunahme von MDEA am Schwarzmarkt.
Dies bedeutet fuer den Konsumenten erhoehte Vorsicht beim
dosieren der Drogen, um eine Ueberdosierung zu vermeiden.
Erklaerung:
MDMA: klassischer Ecstasywirkstoff ( Details
auf eve-rave.de )
MDEA: Wirkung aehnlich dem MDMA, nur
etwas staerker und laenger bei gleicher Dosierung.
Pillenwarnung
- Update
01.12.2000
PMA-Pillen mit Todesfolge
Bislang waren in Dänemark, Norwegen und Österreich
Pillen mit dem
Mitsubishi-Logo aufgetaucht, die PMA
(Para-Methoxy-Amphetamin,
4-Methoxy-Amphetamin (4-MA)
oder 4-Methoxy-Alpha-Methyl-Phenethylamine)
enthalten.
Die Pillen werden als "Ecstasy-Pillen" verkauft.
Es kam hier zu
mindestens 3 Todesfällen. Jetzt
ist nach polizeilichen Angaben auch in Rheinland Pfalz
eine junge Frau an den Folgen von PMA gestorben, Mitkonsumenten
berichten
über starke Beeinträchtigungen in
Folge der Einnahme der PMA-Pillen.
Neuerlich sind
in Rheinland Pfalz PMA-Pillen sichergestellt worden. Laut
Bericht des Polizeipräsidium Koblenz und dem Landeskriminalamt
in Mainz
haben Ermittlungen ergeben, dass durch die
Einnahme einer solchen Pille mit
PMA als Inhaltsstoff
eine 18-jährigen Frau in Wittlich Anfang November zu
Tode gekommen sei. Über die neu aufgetauchte Pille
ist lediglich bekannt
gemacht worden, dass das Logo
einen Elephanten abbildet. Ob weitere Faktoren
oder
andere chemische Inhaltsstoffe für den Tod der Frau
(mit)verantwortlich
sind, ist bislang ungeklärt
und wird noch untersucht. Das LKA Rheinland
Pfalz weist
darauf hin, dass auch in anderen als Ecstasy verkauften
Pillen
PMA enthalten sein kann. Aus zuverlässigen
Berichten aus Österreich und
Rheinland Pfalz wissen
wir, dass noch weitere PMA-Pillen im Umlauf sind. Mit
der Begründung, die Bekanntgabe genauer Daten zu Pillen
würden Konsumenten
ein falsches Sicherheitsgefühl
vermitteln (in anderen Pillen sei kein
gefährlicher
Stoff) lehnt das Bundeskriminalamt (BKA) es jedoch weiterhin
kategorisch ab, genaue Daten (Merkmale/Parameter) der gefährlichen
Pillen
bekannt zu geben.
In einer Pressemitteilung
des LKA Rheinland Pfalz liest sich dies wiefolgt:
"Seitens
des Landeskriminalamtes wird jedoch darauf hingewiesen,
dass
Ecstasy-Tabletten meist mit verschiedenen Motiven
versehen sind und in den
unterschiedlichsten illegalen
Drogenlaboren hergestellt werden. Daher kann
anhand
eines spezifischen Logos nicht auf die Inhaltsstoffe geschlossen
werden. Für die Konsumenten kommt die Einnahme von
Ecstasy damit einer Art
'russischen Roulett' gleich."
In unseren Augen werden mit der Haltung, keine genauen Daten
zu gefährlichen
Pillen herauszugeben, im Sinne
des Konsumentenschutzes wichtige Erkenntnisse
zum Gesundheitsschutz
zurückgehalten. Gesundheitsschäden (bis hin zur
Todesfolge) werden mit dieser Haltung, die nicht zwischen
objektiver
Gefährdung und individuellem Risikomangement
der Verbraucher unterscheidet,
in Kauf genommen. Es
sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen,
dass Drug-Checking (onsite-testing)und ein schnelles Früherkennungssystem
(Monitoring), wenn dies gesetzlich möglich wäre,
hier effektiven
Gesundheitsschutz fördern könnte.
Solange diese Möglichkeit zum Gesundheitsschutz
nicht gegeben ist, greifen
wir auf herkömmliche
Präventionsmöglichkeiten zurück.
In Münster
werden wir mit Unterstützung der Szene-Initiative Eve
& Rave
Münster am Wochenende in den hiesigen
Clubs ein "Warnkampagne" zu PMA
durchführen.
Hierzu dienen nachfolgende Informationen:
Bis ca.
50 mg wirkt PMA stimulierend und bewirkt leichte visuelle
Wahrnehmungsveränderungen ("Optics").Bei
einer Dosierung von 60 - 80 mg kann
PMA extrem gefährlich
werden. Die Wirkung ähnelt dann zunächst einem
starken
Alkoholrausch, ohne psychedelische Effekte.
Es kann nach Einnahme dieser
Menge zu einem fatalen,
plötzlichen starken Anstieg von Blut- und
Körpertemperatur
(Fieber) sowie des Blutdrucks kommen. Es treten
Muskelzuckungen,
extrem erhöhter Puls, erschwerte Atmung, Übelkeit
und
Erbrechen auf. Es kann zu Zuckungen, Koma und Todesfolge
kommen.
Problematisch am PMA-Konsum ist dessen verzögerte
Wirkung. So schreibt das
LKA hierzu in einer Pressemeldung:
"Mitursächlich für die besondere
Gefährlichkeit
von Tabletten mit der Substanz PMA ist die von Konsumenten
zunächst nicht spürbare, verspätet einsetzende
Wirkung. Dies kann bei ihm zu
Einnahme einer größeren
Dosis und schließlich zur Vergiftung mit PMA
führen."
Reines PMA ist ein weißes, beiges, pinkes oder
gelbliches Pulver. PMA wird
jedoch meistens in Pillenform
gepresst und in Pillen gefunden, die als
"Ecstasy"
verkauft werden. Dadurch, dass PMA bereits in geringeren
Mengen
als MDMA wirkt, scheinbar also mehr einzunehmen
wäre um eine Wirkung zu
erzielen und somit viele
Pillen genommen
werden, kann eine gefährliche Überdosierung
leicht eintreten.
Wenn gesundheitlich Probleme
auftauchen, die in Zusammenhang mit einer
PMA-Einnahme
gebracht werden
können, leiste Erste Hilfe, rufe
sofort den Notarzt an (Tel. 112) und kläre
ihn
über diesen Zusammenhang auf.
Logo: Mitsubishi
Form: ohne Bruchrille
Farbe: Beige
Durchmesser:
7 mm
Neue PMA-Pillen in Österreich
Auch
von ChEck iT! wurden am 17.09.2000 im Wiener Budocenter
3 rote
Mitsubishi mit je zirka 40mg Paramethoxyamphetamin
(PMA)und am 07.10. eine
weitere Pille mit dem Namen
"E" analysiert. An den Folgen von vermeintlichen
Ecstasy-Tabletten ist in Österreich erst vor wenigen
Wochen ein 17jähriger
Jugendlicher an den Folgen
von PMA gestorben.
Bei den von ChEck iT! analysierten
PMA-haltigen Tabletten handelt es sich
um:
Name: Rote Mitsubishi
Logo: Mitsubishi
Farbe: außen
dunkelrot gesprenkelt, innen heller
Bruchrille: keine
Umriss: kreisförmig
Form: zylindrisch
Gewicht:
230mg
Durchmesser: 7mm
Dicke: 5mm
Inhaltsstoff:
ca. 40mg PMA
Name: 'E'
gekauft als: Ecstasy
Prägung: ein sehr tief geprägtes 'E'
Bruchrille:
keine Bruchrille
Umriss: rund
Form: zylindrisch,
abgeschrägte Ränder
Durchmesser: 7mm
Dicke:
5mm
Gewicht: 220mg
Konsistenz: bröckelig
Farbe: weiß
Inhaltsstoffe: 20mg Paramethoxyamphetamin
(PMA)
40mg Paramethoxymethamphetamin (PMMA)
geringe
Mengen Amphetamin oder Ephedrin
Quelle:
www.drogen-online.de
Zu Strychnin
Strychnin
ist der wirksame (giftige) Hauptbestandteil im Samen des
Brechnußbaumes. Der Einsatz als anregendes Medikament
gilt heute nicht
zuletzt auf Grund der geringen therapeutischen
Breite (Spanne zwischen
effektiver/therapeutischer und
toxischer/letalen Dosis) als obsolet. In
Verschnitten
illegalisierter psychoaktiver Substanzen wie Heroin oder
Kokain
taucht es als hochproblematische Verunreinigung
auf. Mittlerweile wurde auch
in einigen unter dem Etikett
"Ecstasy" kursierenden Tablette Strychnin
nachgewiesen. Jegliche Strychnin-Einnahme gilt nach Auffassung
von
Toxikologen und Notfallmedizinern als dringend behandlungsbedürftig.
Bei
Verdacht auf eine Strychninvergiftung ist unverzüglich
ein Notarzt zu rufen.
Der Brechnußbaum
Strychnin ist ein Indolalkaloid im Samen (sowie Blättern
und Rinde) des
Brechnußbaumes Strychnos nux vomica,
einem Loraniagewächs (Loganiaceae).
Andere Pflanzenarten
aus der Gattung Strychnos dienen der Gewinnung von
Curare
Pfeilgiften. Der Brechnußbaum ist in den trockenen
Wäldern von
Indien, Sri Lanka , Südostasien
und Nordaustralien heimisch, er wird zudem
im tropischen
Afrika kultiviert. Es handelt sich um einen strauchartigen
ausladenden Baum, der bis zu 10 m hoch werden kann. Seine
Blätter sind oval,
glatt und glänzend. Der
Baum wächst auf sandigen Böden, und benötigt
ein
tropisches aber trocken heißes Klima.
(Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven
Pflanzen, 3. Auflage,
1998)
Die Droge
und ihre Inhaltsstoffe
Als Droge im eigentlich pharmazeutischen
Sinne versteht der Apotheker
(arzneilich verwendete)
getrocknete Pflanzenteile wie z.B.
Pfefferminzblätter,
Löwenzahnwurzel oder Hanfblüten. Die Droge die
im
wesentlichen aus dem Brechnußbaum gewonnen
wird, ist der getrocknete Samen,
der auch als "Brechnuß"
bezeichnet wird. Die Bezeichnung Brechnuß für
die
Droge ist irreführend, da sie weder brechenerregend
wirkt, noch handelt es
sich bei dem Samen um eine Nußfrucht.
Der Alkaloidgehalt des getrockneten
Samens liegt bei
2-3 %. Das Hauptalkaloid ist neben Strychnin (1-1,5%)
Brucin (1,1-2,1%). Nebenalkaloide sind Colubrin, Pseudostrychnin,
Vomicin
und Strychnicin. Wirksam (giftig) sind vor allem
Strychnin, Brucin besitzt
1/50 der Wirksamkeit von Strychnin
am Glycinrezeptor.
(Christian Rätsch: Enzyklopädie
der psychoaktiven Pflanzen, 3. Auflage,
1998)
Strychnin - Wirkungen
Wirkungsmechanismus
am Wirkort Rückenmark
Strychnin ist ein "Krampfgift"
(Konvulsivum), der Wirkort ist das
Rückenmark.
Strychnin verdrängt den Neurotransmitter Glycin von
seinem
Rezeptor ohne dessen Wirkung auszulösen,
es ist ein Glycin-Antagonist.
Glycin ist der Neurotransmitter
der sogenannte postsynaptischen Hemmung
bestimmter Nervenbahnen
im Rückenmark. Die Lähmung der hemmenden
Glycin-Synapsen
bewirkt eine verstärkte Reizleitung der die Muskulatur
steuernden Nervenbahnen. Dadurch können Beuge- und
Streckmuskel an einem
Gelenk gleichzeitig maximal zur
Kontraktion gebracht werden. Die dadurch
verursachten
Krämpfe laufen bei vollem Bewußtsein ab. Sie
sind wegen der
Zerrungen von Sehnen und Gelenkkapseln
äußerst schmerzhaft. Es besteht die
Gefahr
eines Muskel- oder Sehnenrisses. Krampfphasen von ca. 1
min Dauer
wechseln mit mehrminütigen Pausen ab.
Die Krämpfe werden durch akustische,
optische und
taktile Reize (von Außen) ausgelöst und verstärkt.
(Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel:
Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987; Reinhard
Ludewig: Akute Vergiftungen, 1999)
psychotrope
Wirkungen der Brechnußsamen
Auch höhere Zentren
des Gehirns werden unter Strychnineinfluß leichter
erregbar:
Die Wahrnehmung von Sinneseindrücken
wird verschärft.
Farben- und Helligkeitsunterschiede
werden besser wahrgenommen.
Das Gesichtsfeld wird vergrößert.
Die Tastempfindung ist verbessert.
Außerdem
sollen Brechnußsamen wie Yohimbe-Rinde eine erotisierende
Wirkung
besitzen. Bei Männern kann es zudem zu
starken Erektionen kommen.
Höchste Einzeldosis
Strychninnitrat subcutan: 5 mg
(Christian Rätsch:
Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, 3. Auflage,
1998; Eberhard Teuscher: Biogene Arzneimittel, 5. Auflage,
1997)
Medizinische Anwendung
Schulmedizin
Strychnin wurde therapeutisch als Atmungs- und Kreislaufanaleptikum
(anregendes Mittel) bei bestimmten Formen von Kreislaufversagen
(zentral-bedingtem Vasomotorenkollaps) und als Tonikum (Kräftigungsmittel)
bzw. Roborans (Stärkungsmittel) verwendet. Der Markenname
eines
Fertigarzneimittels das Strychnin-Hydrochlorid
enthielt war "Movellan".
Strychninhaltige
Arzneimittel gelten heute als obsolet. Strychnin-Drogen
wurden von der Kommission E (Phytotherapeutische Therapierichtungen)
des
Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte
negativ bewertet.
Strychnin steht unter den Stimmulanzien
auf der Liste der verbotene
Dopingsubstanzen, vorallem
Gewichtheber dop(t)en sich mit Strychnin.
(Hildebert
Wagner: Pharmazeutische Biologie 2, Drogen und ihre
Inhaltsstoffe, 3. Auflage, 1985; Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 255.
Auflage, 1986; Eberhard Teuscher:
Biogene Arzneimittel, 5. Auflage, 1997;
Hunnius: Pharmazeutisches
Wörterbuch, 8. Auflage, 1998)
Homöopathie
Brechnußsamen wird in gängigen homöopathischen
Arzneimitteln in sehr großen
Verdünnungen
eingesetzt. Verdünnungen bis zur dritten Dezimalpotenz
(D3)
einer definierten Urtinktur (wie auch die Samen)
sind
"verschreibungspflichtig", höhere
Potenzen sind "apothekenpflichtig".
Auszug
aus einer Apotheken-Kundenzeitung :
Die homöopathischen
Hauptwirkungen von Nux vomica betreffen den
Magen-Darm-Trakt.
Besonders bewährt hat es sich bei nervösen
Magenbeschwerden mit Sodbrennen, Magendruck und Übelkeit
nach dem Essen. Nux
vomica ist ein besonders geeignetes
Mittel für reizbare, gehetzte und
überlastete
Menschen mit sitzender Lebensweise (Manager, "workaholics",
"Stubenhocker"), die häufig zu Genuß-
und Reizmitteln wie Kaffee, Nikotin
oder Alkohol greifen,
diese aber nicht vertragen. Typisch für die genannten
Beschwerden ist eine ausgeprägte Verschlimmerung am
Morgen sowie die
Überempfindlichkeit aller Sinnesorgane.
So ist Nux vomica (D6) das
homöopathische Mittel
schlechthin nach Feiern, Völlerei und "Kater".
(http://www.loewen-apotheke.de/S_Gesund/Nxvomica.html)
Volksmedizin
Im Mittelalter wurden die Samen als
sog. "Krähenaugen" in Europa u.a. gegen
die Pest eingesetzt. Außerdem kamen Brechnußzubereitungen
als
Nervenstärkungsmittel bei Migräne, Nervosität
und Depression zur Anwendung.
In Nepal wurde mit
Brechnußsamen Lähmungen und Tollwut therapiert.
Als sog. ayurvedisches (aus dem indischen Sankskrit:
ayur=langes Leben,
verda=wissen) Medikament als Tonikum
oder Aphrodisiakum, dazu wurde der
Samen mit Milch oder
Kuhurin gekocht.
Strychnin war zum Teil orientalischen
Fröhlichkeitspillen als
aphrodisierenden Mittel
enthalten.
Höchste Einzeldosis (EMD) Strychninnitrat
beträgt 5 mg, die
Tagesmaximaldosis (TMD) 10 mg
jeweils bei subcutaner Applikation.
(Christian
Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen,
1998, 3.
Auflage; Eberhard Teuscher: Biogene Arzneimittel,
5. Auflage, 1997)
Strychninvergiftung
Symptome:
Zittern/Zuckungen (Tremor)
Atemnot
Angstgefühl (angstvolle Ich-Auflösung)
schwere
Krämpfe bei vollem Bewußtsein
Tod durch Atemlähmung/Erstickung
(infolge der Beteiligung der Atemmuskulatur
am Krampfverhalten)
(Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen, 5. Auflage,
1986; Christian Rätsch:
Enzyklopädie der psychoaktiven
Pflanzen, 3. Auflage, 1998)
100 bis 300 mg Strychnin
sind für den (gesunden) Erwachsenen tödlich,
ausnahmsweise schon 15 bis 30 mg.
(Wolfgang Forth,
Dietrich Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987)
Die LD 100 (30)
für Strychnin, die Letale-Dosis die für 100% eines
Kollektives von Erwachsenen tödlich wäre, beträgt
300 mg, bzw. 10 mg für
Kleinkinder.
(Hunnius:
Pharmazeutisches Wörterbuch, 8. Auflage, 1998)
Zeitlicher Verlauf einer Strychninvergiftung
Da
es von den Schleimhäuten aus schnell resorbiert wird,
treten Symptome
schon innerhalb einer halben Stunde
auf. Der größte Teil wird rasch in der
Leber
verstoffwechselt, bis zu 15% werden unverändert im
Urin ausgeschieden,
wo das Gift schon wenige Minuten
nach der Einnahme nachweisbar ist. Dank der
raschen
Ausscheidung ist die Prognose bei adäquater Behandlung
günstig. Die
Hauptgefahr ist in der Regel nach
3-4 Stunden überwunden.
(Wolfgang Forth, Dietrich
Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie,
5. Auflage, 1987; Reinhard Ludewig: Akute Vergiftungen,
1999)
Therapie einer Strychninvergiftung
Bei Verdacht auf Strychnin Vergiftung (also bei Verdacht
jeglicher
Einnahme!) ist sofort ein Notarzt zurufen.
Sofort Aktivkohle (Carbo medicinalis), Diazepam (Valium)
i.v.; Einführung
eines Schlauches oder Rohres durch
den Mund oder die Nase in die Luftröhre
zur Beatmung
(Intubation); Muskelentspannung mit stabilisierenden
Muskelrelaxantien; Magenspülung mit 0,1% Kaliumpermanganat
Lösung (nur unter
Narkose da sonst die zugefügten
Reize die Krampfaktivität verstärken würden)
und anschließender Kohleeinstillation; parenterale
Kalorienzufuhr
(Infusion), Elektrolyt- und Azidoseausgleich
(Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen, 5. Auflage,
1986)
Die symptomatische Behandlung von Vergiftungen
mit Strychnin zielt auf die
Unterdrückung der Krämpfe
ab. Mit Hilfe einer Barbituratnarkose kann ein
Strychninkrampf
unterdrückt werden; nach Beendigung der Narkose ist
damit zu
rechnen, daß das Krampfgift so weit vom
Körper inaktiviert wurde, daß keine
weitere
Krampfaktivität mehr auftritt.
(Wolfgang Forth,
Dietrich Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987)
Sicherung der
Atemwege (ggf. Intubation und künstliche Beatmung)
und
Kontrolle der Krampfaktivitäten sollen im Vordergrund
stehen. Letzteres kann
durch Fernhalten äußerer
Reize z.B. in einem dunklen Zimmer begünstigt
werden.
Gabe von Diazepam, Antikonvolsiva, Muskelrelaxantien, herbeiführen
einer Narkose.
(Reinhard Ludewig: Akute Vergiftungen,
1999)
Hinweise zu Verhalten bei/nach
Vergiftungen, Vorbeugung von
Vergiftungsunfällen,
Erste-Hilfe Maßnahmen bei Vergiftungen und ein
Verzeichnis der Giftinformationszentralen in Deutschland
auf der Homepage
der Giftzentrale der Uni Bonn:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale

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