verunreinigung

 

 

 

 

                    11/2002


                    Logo: Mitsubishi / Felix die Katze
                    Farbe: beige mit dunklen Sprenkel                   
                    Inhalt: 20 mg MDA
                    Durchmesser: 8,15 mm Dicke 3,6 mm

7/2002
                     

Logo: Caspar the Ghost
Gewicht: 300 mg
Durchmesser: 9,1 mm
Dicke: 3,8 mm
Farbe: beige/braun
Keine Bruchrille
Inhalt: 12% PMA , bzw.  36 mg PMA/Tablette.

Info zu PMA weiter unten im Text!

Bild zu der Pille am Ende dieser Seite!

 


3/2002

Im März gibt es wieder PMA ( siehe Info weiter unten ) und  Methamphetamin in Ecstasy Tabletten! Erhöhte Vorsicht ist geboten.

Symbole/ Logos: 

Penis mit Flügeln (!)

Telfort ( mit Bruchrille )

Cartman ( mit Bruchrille )

 

2/2002

Ecstasy Tabletten mit Verunreinigungen oder abweichenden Substanzen sind auch in 2002 im Trend.

Aktuell gibt es Varianten mit MDEA, MDA und dem sehr gefährlichen PMA.

Verschiedene Logos wie Jumbo ( PMA ), Taube ( MDEA ) und Mickey Mouse ( MDA ) sind in Hannover aufgetaucht und getestet worden.

 

12/01

Es sind Ecstasy Tabletten mit Amphetamin und ach mit MDEA aufgetaucht.
Die Wirkung dieser Substanzen weicht z.T. von der des MDMA ab.
Dies bedeutet fuer den Konsumenten erhoehte Vorsicht beim dosieren der Drogen, um eine Ueberdosierung zu vermeiden.

 

Warnung vor PMA-Pillen! (26.10.01)

Es handelt sich um eine Pille mit sehr hohem (!) PMA-Gehalt (auch MDMA befindet sich in der Pille). Die Pille ist somit äußerst gefährlich. Sie hat folgendes Merkmale:

Logo: Superman

Farbe: beige

Größe: 8.12 mm

Dicke: 4.9 mm Bruchrille"

 

5.9.01

Seit einigen Monaten sind PMA-Pillen, die als Ecstasy z.B. unter den Namen Mitsubishi, Elefant, E oder XTC verkauft werden im Umlauf, an denen schon mehrere junge Menschen gestorben sind.

Schon der Konsum weniger (1 o. 2, je nach Dosierung) PMA-Pillen kann tödlich sein, da die Wirkung von PMA erst um einiges später als MDMA einsetzt und so oft die Dosis erhöht wird. PMA wirkt in geringerer Menge als MDMA (bis ca. 50mg stimulierend und leicht optisch) Ab einer Dosierung von 60 ?80mg kann PMA extrem gefährlich werden! Die Wirkung ähnelt einem Alkoholrausch. Plötzlicher, starker Anstieg von Blut- und Körpertemperatur, sowie des Blutdrucks sind möglich. Weitere Symptome sind Muskel-zuckungen, erschwerte Atmung, Übelkeit und Erbrechen. Es kann zu Zuckungen, Koma und Tod kommen.

Falls gesundheitliche Probleme auftauchen, die in Zusammenhang mit einer PMA-Einnahme stehen, ruft sofort den Notarzt (Tel.112) und klärt ihn über die Einnahme auf!

11.7.01

Neue Probleme mit PMA in Ecstasy Tabletten!

Auch im Juli sind in Europa ( Frankreich, England und in Deutschland ) Ecstasy Tabletten mit verschiedenen Motiven aufgetaucht, die PMA und PMMA als Wirkstoff enthielten. Es soll dabei sogar zu Todesfall gekommen sein.

Also Vorsicht bei jeglichem E- Konsum, da verschiedene Motive aufgetaucht sind:

Folgende sind schon in Hannover getestet worden:

Logo: Superman und Mitsubishi

Inhalt: beide mit PMA !

Info zu PMA weiter unten.


03.5.01

Seit Beginn des Jahres 2001 stellen wir sowohl durch Gespraeche mit Konsumenten,
als auch bei betrachten von Pillentestegebnissen fest, dass einerseits sehr starke MDMA Tabletten ( >160mg ) am Start sind, als auch eine Zunahme von MDEA am Schwarzmarkt. Dies bedeutet fuer den Konsumenten erhoehte Vorsicht beim dosieren der Drogen, um eine Ueberdosierung zu vermeiden.
Erklaerung:
MDMA: klassischer Ecstasywirkstoff ( Details auf eve-rave.de )
MDEA: Wirkung aehnlich dem MDMA, nur etwas staerker und laenger bei gleicher Dosierung.
Pillenwarnung - Update

01.12.2000

PMA-Pillen mit Todesfolge

Bislang waren in Dänemark, Norwegen und Österreich Pillen mit dem
Mitsubishi-Logo aufgetaucht, die PMA (Para-Methoxy-Amphetamin,
4-Methoxy-Amphetamin (4-MA) oder 4-Methoxy-Alpha-Methyl-Phenethylamine)
enthalten. Die Pillen werden als "Ecstasy-Pillen" verkauft. Es kam hier zu
mindestens 3 Todesfällen. Jetzt ist nach polizeilichen Angaben auch in Rheinland Pfalz
eine junge Frau an den Folgen von PMA gestorben, Mitkonsumenten berichten
über starke Beeinträchtigungen in Folge der Einnahme der PMA-Pillen.

Neuerlich sind in Rheinland Pfalz PMA-Pillen sichergestellt worden. Laut
Bericht des Polizeipräsidium Koblenz und dem Landeskriminalamt in Mainz
haben Ermittlungen ergeben, dass durch die Einnahme einer solchen Pille mit
PMA als Inhaltsstoff eine 18-jährigen Frau in Wittlich Anfang November zu
Tode gekommen sei. Über die neu aufgetauchte Pille ist lediglich bekannt
gemacht worden, dass das Logo einen Elephanten abbildet. Ob weitere Faktoren
oder andere chemische Inhaltsstoffe für den Tod der Frau (mit)verantwortlich
sind, ist bislang ungeklärt und wird noch untersucht. Das LKA Rheinland
Pfalz weist darauf hin, dass auch in anderen als Ecstasy verkauften Pillen
PMA enthalten sein kann. Aus zuverlässigen Berichten aus Österreich und
Rheinland Pfalz wissen wir, dass noch weitere PMA-Pillen im Umlauf sind. Mit
der Begründung, die Bekanntgabe genauer Daten zu Pillen würden Konsumenten
ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln (in anderen Pillen sei kein
gefährlicher Stoff) lehnt das Bundeskriminalamt (BKA) es jedoch weiterhin
kategorisch ab, genaue Daten (Merkmale/Parameter) der gefährlichen Pillen
bekannt zu geben.
In einer Pressemitteilung des LKA Rheinland Pfalz liest sich dies wiefolgt:
"Seitens des Landeskriminalamtes wird jedoch darauf hingewiesen, dass
Ecstasy-Tabletten meist mit verschiedenen Motiven versehen sind und in den
unterschiedlichsten illegalen Drogenlaboren hergestellt werden. Daher kann
anhand eines spezifischen Logos nicht auf die Inhaltsstoffe geschlossen
werden. Für die Konsumenten kommt die Einnahme von Ecstasy damit einer Art
'russischen Roulett' gleich."
In unseren Augen werden mit der Haltung, keine genauen Daten zu gefährlichen
Pillen herauszugeben, im Sinne des Konsumentenschutzes wichtige Erkenntnisse
zum Gesundheitsschutz zurückgehalten. Gesundheitsschäden (bis hin zur
Todesfolge) werden mit dieser Haltung, die nicht zwischen objektiver
Gefährdung und individuellem Risikomangement der Verbraucher unterscheidet,
in Kauf genommen. Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen,
dass Drug-Checking (onsite-testing)und ein schnelles Früherkennungssystem
(Monitoring), wenn dies gesetzlich möglich wäre, hier effektiven
Gesundheitsschutz fördern könnte.

Solange diese Möglichkeit zum Gesundheitsschutz nicht gegeben ist, greifen
wir auf herkömmliche Präventionsmöglichkeiten zurück.
In Münster werden wir mit Unterstützung der Szene-Initiative Eve & Rave
Münster am Wochenende in den hiesigen Clubs ein "Warnkampagne" zu PMA
durchführen. Hierzu dienen nachfolgende Informationen:

Bis ca. 50 mg wirkt PMA stimulierend und bewirkt leichte visuelle
Wahrnehmungsveränderungen ("Optics").Bei einer Dosierung von 60 - 80 mg kann
PMA extrem gefährlich werden. Die Wirkung ähnelt dann zunächst einem starken
Alkoholrausch, ohne psychedelische Effekte. Es kann nach Einnahme dieser
Menge zu einem fatalen, plötzlichen starken Anstieg von Blut- und
Körpertemperatur (Fieber) sowie des Blutdrucks kommen. Es treten
Muskelzuckungen, extrem erhöhter Puls, erschwerte Atmung, Übelkeit und
Erbrechen auf. Es kann zu Zuckungen, Koma und Todesfolge kommen.
Problematisch am PMA-Konsum ist dessen verzögerte Wirkung. So schreibt das
LKA hierzu in einer Pressemeldung: "Mitursächlich für die besondere
Gefährlichkeit von Tabletten mit der Substanz PMA ist die von Konsumenten
zunächst nicht spürbare, verspätet einsetzende Wirkung. Dies kann bei ihm zu
Einnahme einer größeren Dosis und schließlich zur Vergiftung mit PMA
führen."

Reines PMA ist ein weißes, beiges, pinkes oder gelbliches Pulver. PMA wird
jedoch meistens in Pillenform gepresst und in Pillen gefunden, die als
"Ecstasy" verkauft werden. Dadurch, dass PMA bereits in geringeren Mengen
als MDMA wirkt, scheinbar also mehr einzunehmen wäre um eine Wirkung zu
erzielen und somit viele Pillen genommen
werden, kann eine gefährliche Überdosierung leicht eintreten.

Wenn gesundheitlich Probleme auftauchen, die in Zusammenhang mit einer
PMA-Einnahme gebracht werden
können, leiste Erste Hilfe, rufe sofort den Notarzt an (Tel. 112) und kläre
ihn über diesen Zusammenhang auf.

Logo: Mitsubishi
Form: ohne Bruchrille
Farbe: Beige
Durchmesser: 7 mm

Neue PMA-Pillen in Österreich
Auch von ChEck iT! wurden am 17.09.2000 im Wiener Budocenter 3 rote
Mitsubishi mit je zirka 40mg Paramethoxyamphetamin (PMA)und am 07.10. eine
weitere Pille mit dem Namen "E" analysiert. An den Folgen von vermeintlichen
Ecstasy-Tabletten ist in Österreich erst vor wenigen Wochen ein 17jähriger
Jugendlicher an den Folgen von PMA gestorben.
Bei den von ChEck iT! analysierten PMA-haltigen Tabletten handelt es sich
um:

Name: Rote Mitsubishi
Logo: Mitsubishi
Farbe: außen dunkelrot gesprenkelt, innen heller
Bruchrille: keine
Umriss: kreisförmig
Form: zylindrisch
Gewicht: 230mg
Durchmesser: 7mm
Dicke: 5mm
Inhaltsstoff: ca. 40mg PMA

Name: 'E'
gekauft als: Ecstasy
Prägung: ein sehr tief geprägtes 'E'
Bruchrille: keine Bruchrille
Umriss: rund
Form: zylindrisch, abgeschrägte Ränder
Durchmesser: 7mm
Dicke: 5mm
Gewicht: 220mg
Konsistenz: bröckelig
Farbe: weiß
Inhaltsstoffe: 20mg Paramethoxyamphetamin (PMA)
40mg Paramethoxymethamphetamin (PMMA)
geringe Mengen Amphetamin oder Ephedrin



Quelle: www.drogen-online.de

Zu Strychnin

Strychnin ist der wirksame (giftige) Hauptbestandteil im Samen des
Brechnußbaumes. Der Einsatz als anregendes Medikament gilt heute nicht
zuletzt auf Grund der geringen therapeutischen Breite (Spanne zwischen
effektiver/therapeutischer und toxischer/letalen Dosis) als obsolet. In
Verschnitten illegalisierter psychoaktiver Substanzen wie Heroin oder Kokain
taucht es als hochproblematische Verunreinigung auf. Mittlerweile wurde auch
in einigen unter dem Etikett "Ecstasy" kursierenden Tablette Strychnin
nachgewiesen. Jegliche Strychnin-Einnahme gilt nach Auffassung von
Toxikologen und Notfallmedizinern als dringend behandlungsbedürftig. Bei
Verdacht auf eine Strychninvergiftung ist unverzüglich ein Notarzt zu rufen.


Der Brechnußbaum
Strychnin ist ein Indolalkaloid im Samen (sowie Blättern und Rinde) des
Brechnußbaumes Strychnos nux vomica, einem Loraniagewächs (Loganiaceae).
Andere Pflanzenarten aus der Gattung Strychnos dienen der Gewinnung von
Curare Pfeilgiften. Der Brechnußbaum ist in den trockenen Wäldern von
Indien, Sri Lanka , Südostasien und Nordaustralien heimisch, er wird zudem
im tropischen Afrika kultiviert. Es handelt sich um einen strauchartigen
ausladenden Baum, der bis zu 10 m hoch werden kann. Seine Blätter sind oval,
glatt und glänzend. Der Baum wächst auf sandigen Böden, und benötigt ein
tropisches aber trocken heißes Klima.

(Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, 3. Auflage,
1998)


Die Droge und ihre Inhaltsstoffe
Als Droge im eigentlich pharmazeutischen Sinne versteht der Apotheker
(arzneilich verwendete) getrocknete Pflanzenteile wie z.B.
Pfefferminzblätter, Löwenzahnwurzel oder Hanfblüten. Die Droge die im
wesentlichen aus dem Brechnußbaum gewonnen wird, ist der getrocknete Samen,
der auch als "Brechnuß" bezeichnet wird. Die Bezeichnung Brechnuß für die
Droge ist irreführend, da sie weder brechenerregend wirkt, noch handelt es
sich bei dem Samen um eine Nußfrucht. Der Alkaloidgehalt des getrockneten
Samens liegt bei 2-3 %. Das Hauptalkaloid ist neben Strychnin (1-1,5%)
Brucin (1,1-2,1%). Nebenalkaloide sind Colubrin, Pseudostrychnin, Vomicin
und Strychnicin. Wirksam (giftig) sind vor allem Strychnin, Brucin besitzt
1/50 der Wirksamkeit von Strychnin am Glycinrezeptor.

(Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, 3. Auflage,
1998)


Strychnin - Wirkungen

Wirkungsmechanismus am Wirkort Rückenmark
Strychnin ist ein "Krampfgift" (Konvulsivum), der Wirkort ist das
Rückenmark. Strychnin verdrängt den Neurotransmitter Glycin von seinem
Rezeptor ohne dessen Wirkung auszulösen, es ist ein Glycin-Antagonist.
Glycin ist der Neurotransmitter der sogenannte postsynaptischen Hemmung
bestimmter Nervenbahnen im Rückenmark. Die Lähmung der hemmenden
Glycin-Synapsen bewirkt eine verstärkte Reizleitung der die Muskulatur
steuernden Nervenbahnen. Dadurch können Beuge- und Streckmuskel an einem
Gelenk gleichzeitig maximal zur Kontraktion gebracht werden. Die dadurch
verursachten Krämpfe laufen bei vollem Bewußtsein ab. Sie sind wegen der
Zerrungen von Sehnen und Gelenkkapseln äußerst schmerzhaft. Es besteht die
Gefahr eines Muskel- oder Sehnenrisses. Krampfphasen von ca. 1 min Dauer
wechseln mit mehrminütigen Pausen ab. Die Krämpfe werden durch akustische,
optische und taktile Reize (von Außen) ausgelöst und verstärkt.

(Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987; Reinhard Ludewig: Akute Vergiftungen, 1999)


psychotrope Wirkungen der Brechnußsamen
Auch höhere Zentren des Gehirns werden unter Strychnineinfluß leichter
erregbar:

Die Wahrnehmung von Sinneseindrücken wird verschärft.
Farben- und Helligkeitsunterschiede werden besser wahrgenommen.
Das Gesichtsfeld wird vergrößert.
Die Tastempfindung ist verbessert.

Außerdem sollen Brechnußsamen wie Yohimbe-Rinde eine erotisierende Wirkung
besitzen. Bei Männern kann es zudem zu starken Erektionen kommen.

Höchste Einzeldosis Strychninnitrat subcutan: 5 mg

(Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, 3. Auflage,
1998; Eberhard Teuscher: Biogene Arzneimittel, 5. Auflage, 1997)


Medizinische Anwendung

Schulmedizin
Strychnin wurde therapeutisch als Atmungs- und Kreislaufanaleptikum
(anregendes Mittel) bei bestimmten Formen von Kreislaufversagen
(zentral-bedingtem Vasomotorenkollaps) und als Tonikum (Kräftigungsmittel)
bzw. Roborans (Stärkungsmittel) verwendet. Der Markenname eines
Fertigarzneimittels das Strychnin-Hydrochlorid enthielt war "Movellan".
Strychninhaltige Arzneimittel gelten heute als obsolet. Strychnin-Drogen
wurden von der Kommission E (Phytotherapeutische Therapierichtungen) des
Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte negativ bewertet.
Strychnin steht unter den Stimmulanzien auf der Liste der verbotene
Dopingsubstanzen, vorallem Gewichtheber dop(t)en sich mit Strychnin.

(Hildebert Wagner: Pharmazeutische Biologie 2, Drogen und ihre
Inhaltsstoffe, 3. Auflage, 1985; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 255.
Auflage, 1986; Eberhard Teuscher: Biogene Arzneimittel, 5. Auflage, 1997;
Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch, 8. Auflage, 1998)


Homöopathie
Brechnußsamen wird in gängigen homöopathischen Arzneimitteln in sehr großen
Verdünnungen eingesetzt. Verdünnungen bis zur dritten Dezimalpotenz (D3)
einer definierten Urtinktur (wie auch die Samen) sind
"verschreibungspflichtig", höhere Potenzen sind "apothekenpflichtig".
Auszug aus einer Apotheken-Kundenzeitung :
Die homöopathischen Hauptwirkungen von Nux vomica betreffen den
Magen-Darm-Trakt. Besonders bewährt hat es sich bei nervösen
Magenbeschwerden mit Sodbrennen, Magendruck und Übelkeit nach dem Essen. Nux
vomica ist ein besonders geeignetes Mittel für reizbare, gehetzte und
überlastete Menschen mit sitzender Lebensweise (Manager, "workaholics",
"Stubenhocker"), die häufig zu Genuß- und Reizmitteln wie Kaffee, Nikotin
oder Alkohol greifen, diese aber nicht vertragen. Typisch für die genannten
Beschwerden ist eine ausgeprägte Verschlimmerung am Morgen sowie die
Überempfindlichkeit aller Sinnesorgane. So ist Nux vomica (D6) das
homöopathische Mittel schlechthin nach Feiern, Völlerei und "Kater".
(http://www.loewen-apotheke.de/S_Gesund/Nxvomica.html)

Volksmedizin
Im Mittelalter wurden die Samen als sog. "Krähenaugen" in Europa u.a. gegen
die Pest eingesetzt. Außerdem kamen Brechnußzubereitungen als
Nervenstärkungsmittel bei Migräne, Nervosität und Depression zur Anwendung.

In Nepal wurde mit Brechnußsamen Lähmungen und Tollwut therapiert.

Als sog. ayurvedisches (aus dem indischen Sankskrit: ayur=langes Leben,
verda=wissen) Medikament als Tonikum oder Aphrodisiakum, dazu wurde der
Samen mit Milch oder Kuhurin gekocht.

Strychnin war zum Teil orientalischen Fröhlichkeitspillen als
aphrodisierenden Mittel enthalten.

Höchste Einzeldosis (EMD) Strychninnitrat beträgt 5 mg, die
Tagesmaximaldosis (TMD) 10 mg jeweils bei subcutaner Applikation.

(Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, 1998, 3.
Auflage; Eberhard Teuscher: Biogene Arzneimittel, 5. Auflage, 1997)



Strychninvergiftung

Symptome:
Zittern/Zuckungen (Tremor)
Atemnot
Angstgefühl (angstvolle Ich-Auflösung)
schwere Krämpfe bei vollem Bewußtsein
Tod durch Atemlähmung/Erstickung (infolge der Beteiligung der Atemmuskulatur
am Krampfverhalten)

(Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen, 5. Auflage, 1986; Christian Rätsch:
Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, 3. Auflage, 1998)

100 bis 300 mg Strychnin sind für den (gesunden) Erwachsenen tödlich,
ausnahmsweise schon 15 bis 30 mg.

(Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987)

Die LD 100 (30) für Strychnin, die Letale-Dosis die für 100% eines
Kollektives von Erwachsenen tödlich wäre, beträgt 300 mg, bzw. 10 mg für
Kleinkinder.
(Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch, 8. Auflage, 1998)

Zeitlicher Verlauf einer Strychninvergiftung
Da es von den Schleimhäuten aus schnell resorbiert wird, treten Symptome
schon innerhalb einer halben Stunde auf. Der größte Teil wird rasch in der
Leber verstoffwechselt, bis zu 15% werden unverändert im Urin ausgeschieden,
wo das Gift schon wenige Minuten nach der Einnahme nachweisbar ist. Dank der
raschen Ausscheidung ist die Prognose bei adäquater Behandlung günstig. Die
Hauptgefahr ist in der Regel nach 3-4 Stunden überwunden.

(Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987; Reinhard Ludewig: Akute Vergiftungen, 1999)



Therapie einer Strychninvergiftung
Bei Verdacht auf Strychnin Vergiftung (also bei Verdacht jeglicher
Einnahme!) ist sofort ein Notarzt zurufen.

Sofort Aktivkohle (Carbo medicinalis), Diazepam (Valium) i.v.; Einführung
eines Schlauches oder Rohres durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre
zur Beatmung (Intubation); Muskelentspannung mit stabilisierenden
Muskelrelaxantien; Magenspülung mit 0,1% Kaliumpermanganat Lösung (nur unter
Narkose da sonst die zugefügten Reize die Krampfaktivität verstärken würden)
und anschließender Kohleeinstillation; parenterale Kalorienzufuhr
(Infusion), Elektrolyt- und Azidoseausgleich

(Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen, 5. Auflage, 1986)


Die symptomatische Behandlung von Vergiftungen mit Strychnin zielt auf die
Unterdrückung der Krämpfe ab. Mit Hilfe einer Barbituratnarkose kann ein
Strychninkrampf unterdrückt werden; nach Beendigung der Narkose ist damit zu
rechnen, daß das Krampfgift so weit vom Körper inaktiviert wurde, daß keine
weitere Krampfaktivität mehr auftritt.

(Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel: Pharmakologie und
Toxikologie, 5. Auflage, 1987)


Sicherung der Atemwege (ggf. Intubation und künstliche Beatmung) und
Kontrolle der Krampfaktivitäten sollen im Vordergrund stehen. Letzteres kann
durch Fernhalten äußerer Reize z.B. in einem dunklen Zimmer begünstigt
werden. Gabe von Diazepam, Antikonvolsiva, Muskelrelaxantien, herbeiführen
einer Narkose.
(Reinhard Ludewig: Akute Vergiftungen, 1999)



Hinweise zu Verhalten bei/nach Vergiftungen, Vorbeugung von
Vergiftungsunfällen, Erste-Hilfe Maßnahmen bei Vergiftungen und ein
Verzeichnis der Giftinformationszentralen in Deutschland auf der Homepage
der Giftzentrale der Uni Bonn:

http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale


 

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