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Jeder Zweite hält Schlaf- und Beruhigungstabletten sowie Schlankheitspillen für gefährlich.
Ungefähr ein Fünftel der Wiener Bevölkerung hat schon einmal Psychopharmaka eingenommen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des „Suchtmittelmonitorings“ des Instituts für empirische Sozialforschung (Ifes) hervor. Das „Monitoring“ ist eine Umfrage, die seit 1993 im Abstand von zwei Jahren erhoben wird.
22 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal Schlaftabletten ausprobiert zu haben. Vor zehn Jahren waren es noch 15 Prozent. 17 Prozent der Wiener haben schon einmal Beruhigungstabletten eingenommen (1999: 14 Prozent), zwölf Prozent Antidepressiva (für 1999 fehlen Angaben). Mehr als verdoppelt hat sich übrigens der Anteil derjenigen, die Abmagerungs- und Schlankheitstabletten einnehmen: In einem Jahrzehnt ist die Prozentzahl von fünf auf elf Prozent angestiegen.
Was ihr Gefahrenpotenzial betrifft, halten die Wiener Psychopharmaka für deutlich weniger gefährlich als illegale Drogen wie Ecstasy, Heroin oder Kokain: Fast jeder Zweite glaubt, dass Beruhigungs- oder Schlaftabletten „nicht so gefährlich sind“. 67 Prozent stufen dagegen Haschisch und Marihuana als „gefährlich“ ein. Anders bei den „harten Drogen“ wie bei Ecstasy, Amphetaminen, Opiaten und Kokain: Mehr als 90 Prozent der Wiener halten sie für gefährlich.
19 Prozent für Legalisierung
Mehr als zwei Drittel der Befragten sprechen sich indessen dafür aus, dass das generelle Drogenverbot aufrechtbleibt, Drogenbenutzer aber nicht kriminalisiert werden. 26 Prozent halten dagegen eine Haftstrafe bei Drogenkonsum für ein sinnvolles Mittel. Diejenigen, die eine Freigabe von Drogen befürworten, sind in der Minderheit: 19 Prozent könnten sich eine liberale Drogenpolitik – etwa mit Haschisch-Cafés – vorstellen.
Kaum verändert hat sich im vergangenen Jahrzehnt übrigens der Gebrauch legaler Suchtmittel wie Alkohol. Ein Drittel der Bevölkerung konsumiert zwei- bis dreimal in der Woche alkoholische Getränke. Insbesondere Männer ab 50 Jahren trinken deutlich mehr Alkohol als jüngere: Während „nur“ jeder fünfte Mann unter 30 mehrmals wöchentlich Alkohol zu sich nimmt, ist es bei den über 50-Jährigen jeder zweite. Preiserhöhungen zum Trotz ist auch die Zahl der Raucher konstant geblieben: Ein Drittel der Wiener greift täglich zum Glimmstängel, zehn Prozent rauchen „gelegentlich“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2009)
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