"Es ist ein Fakt, dass viele Deutsche wegen der Coffeeshops zu uns kommen", sagt Michael Haase, Sprecher der Stadt Enschede. Das zeigt auch die Lage vieler Läden. "300 Meter hinter dem Schlagbaum steht der erste Shop", schildert der Leiter der Drogenberatungsstelle im westfälischen Grenzort Gronau, Franziskus Siegers. Deswegen sollte die Zahl der Läden reduziert werden. Seit 1999 dürfen niederländische Kommunalpolitiker sogar Läden schließen, ohne dass es zu Störungen oder Belästigungen gekommen ist. "In der Drogenpolitik herrscht über die Parteigrenzen hinweg Einigkeit", sagt Haase. Das bestätigt auch Christoph Bönig, Sprecher des grenzüberschreitenden Netzwerks Euregio: "Niederländische Kommunalpolitiker sehen den Drogentourismus kritisch und haben die Zügel angezogen." Dieser Kurswechsel schlägt sich landesweit in Zahlen nieder: Der aktuellste Drogenreport des Trimbos-Instituts in Utrecht verzeichnete von 1997 bis 2004 einen Rückgang der Coffeeshops von insgesamt 1179 auf 737.